Literatur wird besonders dort lebendig, wo Austausch gelingen kann. Einige Orte im Burgenland haben sich auf die Fahnen geschrieben, Bücher zum Klingen zu bringen, Texte hörbar und Autor*innen mit ihren Leser*innen bekannt zu machen. Die zahlreichen Bibliotheken können wir gar nicht einzeln abbilden, es sind an die 60. Hier findest du zusätzliche Orte des Buchs.
Wulkalände 2, 7210 Mattersburg
Das renovierte burgenländische Literaturhaus, offen, freundlich und großzügig in seiner Neugestaltung, liegt in Gehweite des Bahnhofs Mattersburg, was vor allem für teilweise auch in Wien lebende wie auch für vorwiegend öffentlich Reisende – Autor:innen, Literaturschaffende, das eingeladene Publikum von literarischen Veranstaltungen – von Bedeutung ist, bietet nicht bloß niederschwelligen Zugang wie auch freien Eintritt zu seinen vielfältigen Veranstaltungen. Die Mitarbeiterinnen des Literaturhauses sind treue und freundschaftliche Begleiterinnen der Literatur, die im Burgenland entsteht, und bringen Literatur von außen ins Burgenland.
Von der Funktionalität der Räumlichkeiten konnte mensch sich zum Beispiel beim gemeinsamen Fest von PEN Club Burgenland und GAV Burgenland überzeugen. Im Foyer Ort und Platz für Musik aus Österreich (Texterinnen, Lyrics) wie auch für die gut besuchten Podiumsdiskussionen, kamen in einem der größeren Räume im 1. Stock Hörstücke burgenländischer Dichter*innen zur Anhörung mit Einladung zum längeren Verweilen, derweil in einem Nebenraum aktiv Lesungen stattfanden, ohne dass das eine das andere gestört hätte. Und in einem kleineren Lesesaal im Erdgeschoss fanden zudem auch Lesungen statt. Ein einladender Begegnungsort für literaturaffine Menschen, bezüglich Einzugsgebiet vor allem aus dem mittleren und nördlichen Landesteil.
Obere Hauptstraße 31, 7100 Neusiedl am See
Vor allem durch die 2024 bereits zum 7. Mal stattfindenden „Literaturtage“ (ins Leben gerufen und kuratiert von Karin Ivancsics) hat sich das Weinwerk in Neusiedl am See einen Ruf als hervorragender Veranstaltungsort und Kooperationspartner für Literatur erworben. Zurecht. Der Saal ist mit Holz ausgetäfelt, auch der Boden ist aus Holz, die Atmosphäre und die Akustik sind warm und ohrenfreundlich, die Bühne wird vom hauseigenen Tontechniker bestens betreut, das Publikum hat den Gastgarten, den Innenhof, das Restaurant und die großzügig angelegte Bar zur Verfügung. Ein Ort zum Wohlfühlen, die Literat*innen werden freundlich willkommen geheißen, es gibt Platz für Büchertisch und Gespräche. Hier kann man der Literatur begegnen und den Literaturschaffenden begegnet werden. Viel Frische, Luft und Aussicht. Ein literarisch feiner Ort mit Nähe und Wohlwollen zur Kunst. Und der Bahnhof Neusiedl ist in Gehweite bzw. in 2 Stationen mit dem Bus vom Bahnhof leicht erreichbar, auch für die Abreise.
Am Tauscherbach 1, 7022 Schattendorf
Die Schuhmühle in Schattendorf stellt einen kleinen, aber feinen Veranstaltungsort für kulturelle Events verschiedener Art dar, ob Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte, Theatervorstellungen, Vorträge oder Lesungen. Aber auch Hochzeiten und andere Feste kann man hier feiern oder bei den Schmankerltagen mit regionalen Spezialitäten dem Genuß frönen. Kurzum: Die Schuhmühle ist ein vielseitiger und niederschwelliger Ort für alle, und damit nicht nur ein bedeutender Treffpunkt im kulturellen Leben Schattendorfs, sondern des gesamten Bezirks Mattersburgs.
Parkgasse 3, 7304 Großwarasdorf
Die KUGA in Großwarasdorf / Veliki Borištof ist nicht mehr wegzudenken aus dem kulturellen Leben des Mittelburgenlands. 1982 als Verein mit dem Ziel gegründet, als interkulturelles Kulturzentrum der Region die Mehrsprachigkeit im Burgenland zu fördern, reicht das Angebot der KUGA heute von Lesungen, Konzerte, Musicals, Kabarett, Theatervorstellungen, Ausstellungen über Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis hin zu Kroatisch-Sprachkursen. Mit ihrem speziellen Fokus auf die burgenländisch-kroatische Volks- und Gegenwartskultur hat die KUGA in den letzten 30 Jahren erheblich zum Selbstverständnis der Burgenlandkroat*innen beigetragen.
Listzgasse 12, 7400 Oberwart
Das OHO ist eine Institution. Anders kann der literarische Mensch sich diesem „Haus“ nicht wirklich nähern. Mit einem Augenzwinkern natürlich auch gesagt. Nomen est omen, und das Offene Haus Oberwart ist sich Programm. Seit Jahrzehnten. Ein Ort der Literatur, Bücher, Texte, Stücke und ihre Protagonist:innen jedweder Ausprägung (Autor*innen, Dichter*innen, Dramatiker*innen, Singer/Songwriter*innen), Hörstücken wie allen künstlerisch-literarischen Kombinationen seine Tür öffnet, und offen hält. Und das mit Begeisterung. Für das Regionale wie für das Überregionale wie für das Internationale. Immer für Überraschendes gut hat sich das OHO durchaus aber auch bereits selbst zur Tradition getextet. Mit dem literarisch interessierten Publikum vor Ort auch immer auf du/du, also auf Augenhöhe, lässt der Raum den Schaffenden Raum, ist die eingeladene Dichterin, der gefeierte Autor vor allem eines: willkommen! Und das überträgt sich, das vermittelt sich. Und werden die Texte und Bücher gelesen, gefeiert, besprochen, geteilt, sind Kunst, sind Literatur, und werden als solche fair behandelt. Ein nicht wegzudenkender Ort der Entdeckung, der Begegnung, des Gesprächs, der Innovation für alle Textarbeiter:innen des Burgenlandes, im „Südlichen“ wenngleich etwas besser etabliert. Wenn der öffentliche Verkehr (wichtig für all jene die ihr Leben ohne Auto meistern! ja, solche Menschen gibt es) denn dann auch noch sich diesem Haus und seinen vielfältigen Veranstaltungen etwas annäherte, wäre es aus anderen Landesteilen auch etwas „verlockender“ anzureisen, vor allem aber möglich, danach auch wieder abreisen zu können. Dennoch: schlicht nicht wegzudenken, das OHO!
Kohfidischer Literaturtage am Csaterberg, 7512 Kohfidisc
2024 werden sie bereits zum 11. Mal stattfinden, die Literaturtage Kohfidisch, und die Lese/Buch-Stationen des Literaturweg Csaterberg werden auch in diesem Jahr wieder um ein paar burgenländische Autor*innen erweitert werden. Also auch schon zur Tradition geworden, die Literaturtage in Kohfidisch mit Lesungen in den Buschenschanken vor allem auf dem Csaterberg und den umgebenden bildschönen Hügeln des Südburgenlandes. Veranstalter ist die edition lex liszt 12 und Kooperationspartner ist die Gemeinde Kohfidisch. Im September ein traumhaft schönes Ereignis für alle Eingeladenen, Autor*innen, Leser*innen, Musiker*innen und das Publikum.
Hauptstraße 45, 8380 Neumarkt an der Raab
Regionales Ereignis per se, ist das Künstlerdorf auch immer wieder „Kurzzeitheimat“ für Schreibwerkstätten, für Literaturkurse, für Lesungen und literarische Events. Seit Jahrzehnten kommen Schreibende aus dem Burgenland, und darüber hinaus, hier zusammen, gestalten Texte, lehren und lernen, diskutieren und lesen ihre Texte in Gruppen wie auch öffentlich, in inspirierender Nähe zu und mit anderen Kunstformen, im Austausch über Tage/Wochen des gemeinsamen Lebens im Künstlerdorf, im Süden des Burgenlandes. Jeder Besuch im Künstlerdorf ein literarisches Erlebnis.
Die „edition lex liszt 12“ ist ein unabhängiger Verlag mit Sitz in Oberwart. Er entstand parallel zur Gründung des Offenen Hauses Oberwart (Adresse: Lisztgasse 12) unter Ägide von Horst Horvath und ist erste Heimstätte einiger burgenländischer Autor*innen. So haben etwa Peter Wagner, Clemens Berger, Wolfgang Millendorfer, Katharina Tiwald u.a. ihre Erstlinge hier veröffentlicht. Nicht zu unterschätzen ist die historische Arbeit: zahlreiche Bände dokumentieren die Geschichte des Burgenlandes, vor allem im Kontext des Nationalsozialismus bzw. Rassismus (etwa zum Bombenattentat auf die Romasiedlung von Oberwart 1995).
Ein besonderes Merkmal des Verlags ist seine enge Verbindung zur Kulturszene des Burgenlandes und seiner Umgebung. Das Team organisiert literarische Veranstaltungen, Lesungen und die Kohfidischer Literaturtage, um die lokale Kultur und den Austausch zwischen Autorinnen und Autoren sowie Leserinnen und Lesern zu fördern.
Die Spezialität der Edition Marlit, gegründet von Peter Wagner, Eveline Rabold, Wolfgang Weisgram und Vera Sebauer (+), ist die Verquickung von (bildender) Kunst und Literatur. Siegmund Kleinl hat seine biblisch inspirierten Dichtungen hier vorgelegt, Peter Wagners ikonischer Burgenland-Roman „Die Burgenbürger“ ist, zauberhaft illustriert von Henryk Mossler, ebenfalls hier erschienen. Auch der Architekturraum Burgenland ist hier, was seine Publikationen angeht, zuhause. Begleitpublikationen bzw. CDs zu Theaterproduktionen wie „71 oder Der Fluch der Primzahl“ oder „Der Fluss, die Lieder der Lebenden, die Lieder der Toten“ fallen ebenfalls ins Spektrum dieses Verlags.
Nachfolger der Edition Roetzer, die in ihren Frühzeiten Werke von Autoren wie Helmut Milletich publizierte, ist der Verlag E. Weber mit Sitz in Eisenstadt, der sich mittlerweile auf die Publikation von Lehrwerken für den Schulbetrieb spezialisiert hat, u.a. für den Erstlesebereich und für den Unterricht in Deutsch als Zweitsprache. Auch Schulbuchbestellungen werden abgewickelt, Schullesungen organisiert, Weihnachtsbuchausstellungen in die Wege geleitet.